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	<title>franzmann.de &#187; Oper</title>
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		<title>Triumphale Aida in der K&#246;lner Oper</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Jan 2011 12:36:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edgar</dc:creator>
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		<description><![CDATA[K&#246;lns Oper ist wieder mal eine Reise wert: Giuseppe Verdis “Aida” erlebte eine triumphale Premiere, und das im alten Opernhaus am Offenbachplatz, das eigentlich wegen Sanierung bereits geschlossen sein sollte. Unbedingt ansehen! (geschrieben f&#252;r koeln.de) Von EDGAR FRANZMANN K&#246;lns Oper<span class="ellipsis">&#8230;</span> <a href="http://www.franzmann.de/2011-01-16-triumphale-aida-in-der-koelner-oper/"><div class="see-more">See more &#8250;</div><!-- end of .see-more --></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.franzmann.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/aida-weimer.jpg"><img src="http://www.franzmann.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/aida-weimer-300x197.jpg" alt="Foto: Weimer" title="Triumphmarschszene in der K&#246;lner &quot;Aida&quot;-Inszenierung" width="300" height="197" class="alignright size-medium wp-image-1344" /></a>Kölns Oper ist wieder mal eine Reise wert: Giuseppe Verdis “Aida”  erlebte eine triumphale Premiere, und das im alten Opernhaus am  Offenbachplatz, das eigentlich wegen Sanierung bereits geschlossen sein  sollte. Unbedingt ansehen!<span id="more-1341"></span></p>
<p>(geschrieben für <a href="http://www.koeln.de/koeln/kultur/triumphale_aida_in_der_koelner_oper_421193.html">koeln.de</a>)</p>
<p>Von EDGAR FRANZMANN</p>
<p>Kölns Oper ist wieder mal eine Reise wert: Giuseppe Verdis “Aida”  erlebte eine triumphale Premiere, und das im alten Opernhaus am  Offenbachplatz, das eigentlich wegen Sanierung bereits geschlossen sein  sollte. Unbedingt ansehen!</p>
<p>Regisseur Johannes Erath verzichtet auf  jeden ägyptischen Pomp, trotzdem - oder deswegen - gelingen ihm Szenen  von größter Eindringlichkeit. Die heidnischen Hohepriester und der  Sonnenkönig treten auf im Gewand katholischer Bischöfe und des Papstes,  was aber durchaus keine einseitige Kritik an der römischen Kirche ist,  sondern Symbol für jede Form fundamentalistischer oder totalitärer  Macht.</p>
<p>Die großartigste Szene ist der  Triumphmarsch am Ende des zweiten Aktes. Erath nutzt nicht nur die  gesamte Tiefe der Bühne (Kaspar Glarner), aus der ein Heer von Sklaven  die siegreichen Helden ins Licht ziehen, sondern er bezieht den gesamten  Zuschauerraum mit ein. Die Hundertschaft des Chores, Frauen und Männer  in Alltagskleidung, bewegt sich langsam Richtung Bühnenrand, wo links  und rechts die berühmten Verdi-Trompeten ihr “Ta taaaa tatata taa taa  taa tatata taa ta ta” spielen. Die singenden Massen drängen langsam vor  auf die Bühne, wo immer mehr deutlich wird, wie Menschen in Sieger und  Besiegte geteilt werden, wie am Ende eine Schar von Sklaven selektiert  wird, denen der Tod droht.</p>
<p>Selten wird so eindringlich gezeigt,  dass es der direkte Nachbar oder man selbst ist, der Täter oder Opfer  werden kann, und wie totalitäre Machthaber sich die Massen gefügig  machen.</p>
<p>Die Opfer in dieser Oper sind Aida,  äthiopische Prinzessin, und ihr Volk, die den Krieg gegen die Ägypter  unter der Führung des heldenhaften Radames verloren haben. Radames  bittet beim König/Papst um Gnade für die Gefangenen, der gewährt sie,  aber die Hohepriester/Bischöfe inszenieren trotzdem ihr Rache-Gemetzel  und ermorden ihren Herrscher gleich mit.</p>
<p>Amneris, die Tochter des  Königs, soll den siegreichen Radames heiraten. Der französische  Modeschöpfer Christian Lacroix, in dieser Inszenierung für die Kostüme  zuständig, hat ihr ein atemberaubendes Hochzeitskleid mit endloser  Schleppe geschneidert. Doch Radames liebt Aida, die feindliche  Prinzessin, zur Strafe wird er lebendig unter dem Tempel begraben, wo  Aida sich zu ihm gesellt und wo Amneris ewig trauert.</p>
<p>Unter der  musikalischen Leitung von Willi Humburg wird der Abend zu einem  außerordentlichen Musikgenuss. Das Gürzenichorchester spielt in  Höchstform, Chor und Extrachor der Oper (Leitung: Andrew Ollivant)  begeistern ebenso wie die sensationellen Solisten Hui He (Aida), Scott  MacAllister (Radames) und Jovita Vaskeviciute (Amneris).</p>
<p>Das Premierenpublikum spendete minutenlangen, begeisterten Beifall.</p>
<p>Nächste Aufführungen: 18./19./21./22./23./25./26./28./29./30. Januar.</p>
<p><a href="http://www.operkoeln.com/programm/46908/">Weitere Informationen auf der Website der Oper Köln. </a></p>
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		<title>Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 20:31:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edgar</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von EDGAR FRANZMANN M&#228;nner in Frauenkleidern sind in K&#246;ln nichts Ungew&#246;hnliches. Fragt sich also, warum Regisseur Bernd Mottl ausgerechnet die Hauptrolle in der Operette “Die Csárdásf&#252;rstin” mit einem Mann besetzt hat. Das sorgt weder f&#252;r einen Skandal noch w&#228;re es<span class="ellipsis">&#8230;</span> <a href="http://www.franzmann.de/2011-01-03-ganz-ohne-weiber-geht-die-chose-nicht/"><div class="see-more">See more &#8250;</div><!-- end of .see-more --></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.franzmann.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/die-csardasfuerstinI.jpg"><img src="http://www.franzmann.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/01/die-csardasfuerstinI-300x90.jpg" alt="Foto: Oper K&#246;ln / Paul Leclaire" title="K&#246;lns Csárdásf&#252;rstin ist ein Mann: Szenenfoto mit Christoph Marti und Carsten S&#252;ss" width="300" height="90" class="alignright size-medium wp-image-1314" /></a>Von EDGAR FRANZMANN</p>
<p>Männer in Frauenkleidern sind in Köln nichts Ungewöhnliches. Fragt sich also, warum Regisseur Bernd Mottl ausgerechnet die Hauptrolle in der Operette “Die Csárdásfürstin” mit einem Mann besetzt hat. Das sorgt weder für einen Skandal noch wäre es nötig, denn, wie heißt es im Stück doch so überzeugend: “Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht”.<span id="more-1313"></span></p>
<p>Emmerich Kálmáns Operette gehört seit der Uraufführung 1915 in Wien zu den großen Bühnenerfolgen, jeder kennt die Filmversionen u.a. mit Marika Rökk und Johannes Heesters. Um so überraschender, dass das Werk noch nie auf dem Spielplan der Kölner Oper stand. </p>
<p>Die Köln-Premiere findet im kleinen Saal des Palladiums in Köln-Mülheim statt, der wie ein altes Varieté ausgestattet ist, das Publikum sitzt überwiegend an runden Tischen. Das Orchester thront an einer Längsseite, an den Enden befindet sich jeweils eine Bühne, gespielt wird auf diesen Bühnen aber auch in den Gängen durch den Saal. Das schafft zunächst einmal eine sehr angenehme Atmosphäre und bringt Zuschauer und Akteure hautnah zusammen.</p>
<p>Als Varieté-Vorstellung des Jahres 1915 wäre das alles ganz wunderbar, aber als Opernaufführung 2010/2011? Das Orchester wurde spürbar geschrumpft, Gerrit Priessnitz, der musikalische Leiter, hat eine eigene musikalische Fassung erstellt, die “nichts mehr mit dem romantisch besetzten Kálmán-Orchester zu tun hat, sondern mit einem solistisch besetzten Instrumental-Ensemble von zwölf Musikern”.</p>
<p>Das Konzept ist in sich durchaus schlüssig, aber wer den Kálmán-Klang im Ohr hat und ihn in einer Aufführung der Kölner Oper auch hören will, wird enttäuscht. Und dann fehlt natürlich noch etwas im Klangbild dieser Operette: der Sopran der Titelheldin. Die Kölner “Czárdásfürstin” ist ein Mann, gespielt vom Schweizer Künstler Christoph Marti, bekannt als “Ursli Pfister” der Musik-Kabarett-Formation “Geschwister Pfister”. </p>
<p>Marti spielt ganz großartig, aber er singt eben keinen Sopran. “Überall dort, wo ein Sopran zwingend gewesen wäre, arbeiten wir mit einigen sinnvollen Änderungen in der Melodieführung, teilweise mit Oktavieren oder auch - je nach dem Charakter der Szene - mit dem Übergang von Singstimme in Sprechgesang”, erklärt Gerrit Priessnitz im Programmheft. Leider ersetzt diese Erklärung nicht den fehlenden Gesang, und gerade diese Operette lebt nun einmal von den bekannten Melodien wie „Machen wir’s den Schwalben nach“, „Das ist die Liebe, die dumme Liebe“, „Tanzen möcht’ ich, jauchzen möcht’ ich“ oder eben „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht“.</p>
<p>Was eine Frauenstimme in einer Frauenrolle bewirkt, bewies Romana Noack, die innerhalb kürzester Zeit für die erkrankte Claudia Rohrbach einsprang und die Partie der “Komtess Stasi” übernahm. Gut anzuhören auch Carsten Süss als “Edwin”, Martin Koch als “Graf Boni” und Alexander Fedin als “Feri Bacsi”, alle Stimmen wurden per Mikrofon verstärkt.</p>
<p>Die Geschichte der “Csárdásfürstin” ist schnell erzählt: “Sylvia Varescu” ist Star eines Varietés und verliebt in den adligen “Edwin”, der sich mit ihr verlobt. Edwins fürstliche Eltern wollen die unstandesgemäße Hochzeit mit allen Mitteln  verhindern und beordern Edwin zur Eheschließung mit “Komtess Stasi” zurück nach Hause. Am Ende triumphiert natürlich die Liebe, in der Kölner Version ist es die Liebe zwischen zwei Männern.</p>
<p>Nicht nur die weibliche Hauptrolle, auch manche weiblichen Nebenrollen sind männlich besetzt. Das ist hübsch anzusehen, wenn  muskelbepackte Männer auf Stöckelschuhen balancieren, aber als Travestie-Show für ein schwules Kölner Publikum ist die Show zu brav, als Opern-Aufführung ist sie musikalisch zu dünn.</p>
<p>Was bleibt ist ein netter Abend in netter Atmosphäre, vom Publikum mit freundlichem Applaus und einigen Buhs quittiert.</p>
<p>Nächste Aufführungen: 5./9./14./20./27. Januar.</p>
<p><a href="http://www.operkoeln.com/programm/56382/">Weitere Infos auf der Website der Kölner Oper. </a></p>
<p>(Geschrieben als Kritik für <a href="http://www.koeln.de/koeln/ganz_ohne_weiber_geht_die_chose_nicht_410670.html">www.koeln.de</a> am 3. Januar 2011)</p>
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		<title>Mozart mit iPhone in der K&#246;lner Oper</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 12:26:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edgar</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mozarts Don Giovanni ist einer der gro&#223;en Verf&#252;hrer der Musikgeschichte. In der gefeierten Neuinszenierung in der K&#246;lner Oper bedient er sich der neuesten Technik: Mit Videokameras &#252;berwacht er seine Villa, mit dem iPhone f&#252;hrt er Buch &#252;ber seine tausendfachen Liebschaften.<span class="ellipsis">&#8230;</span> <a href="http://www.franzmann.de/2010-06-28-mozart-mit-iphone-in-der-koelner-oper/"><div class="see-more">See more &#8250;</div><!-- end of .see-more --></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mozarts Don Giovanni ist einer der großen Verführer der Musikgeschichte. In der gefeierten Neuinszenierung in der Kölner Oper bedient er sich der neuesten Technik: Mit Videokameras überwacht er seine Villa, mit dem iPhone führt er Buch über seine tausendfachen Liebschaften.<span id="more-1077"></span></p>
<p><div id="attachment_1080" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.franzmann.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/don-giovanni_250.jpg"><img src="http://www.franzmann.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/don-giovanni_250.jpg" alt="" title="don-giovanni_250" width="250" height="370" class="size-full wp-image-1080" /></a><p class="wp-caption-text">Don Giovannis Diener Leporello (Mikhail Petrenko) führt Donna Elvira (Maria Bengtsson) die Liebeslisten seines Herrn auf dem iPhone vor - Foto: Forster </p></div>Allein in Spanien, so will es das Libretto der Oper, hat der reiche Schwerenöter 1003 Geliebte. Wer ihm nicht glaubt, dem beweist er das Gegenteil durch die Adressliste in seinem iPhone, wo alle Eroberungen mit Bild und Adresse dokumentiert sind, bei Bedarf kann das alles auch noch mit Google-Maps angezeigt und per Beamer an die weißen Wände projiziert werden.</p>
<p>In der Kölner Oper bringt das einige Lacher und ist nur ein Beleg für Uwe Eric Laufenbergs Regiekonzept, der Don Giovanni konsequent in der heutigen Zeit spielen lässt.</p>
<p>Dass “Masetto” und “Zerlina” als türkisches Brautpaar in trister Hochhauslandschaft erscheinen, macht in Köln Sinn. Aber dass Frauen und Männer sich in Burkas maskieren und zum Schluss des ersten Aktes sich alle in einer großen Orgie mit nackten Brüsten und bloßen Hintern vereinigen, müsste nicht wirklich sein.</p>
<p>Unterhaltend ist dieser Abend allemal, auch wenn der zweite Akt sich etwas in die Länge zieht. Man möchte dem Intendanten den Mut wünschen, manches zu streichen, was selbst Mozart nicht immer aufführen ließ.</p>
<p>Musikalisch und gesanglich ist dieser Don Giovanni ein Hochgenuss. Christopher Maltmann, britischer Bariton in der Titelrolle, Simone Kermes als “Donna Anna”, Mirko Roschkowski als “Don Ottavio”, Maria Bengtsson als “Donna Elvira”, Mikhail Petrenko als “Lepoprello”, Wolf Matthias Friedrich als “Masetto”, Claudia Rohrbach als “Zerlina” und Nikolai Didenko als “Komtur”  liefern eine geradezu himmlische Vorstellung, bestens unterstützt vom Gürzenich-Orchester unter Markus Stenz.</p>
<p>Im Herbst geht diese Produktion auf China-Tournee und wird in Shanghai und Peking zu sehen sein. Musikfreunde in Köln und Umgebung haben es besser, sie können diesen großartigen Abendim Opernhaus am Offenbachplatz erleben. Nächste Vorstellungen: Mi 30. Jun. 2010, Fr 02. Jul. 2010, So 04. Jul. 2010, Do 08. Jul. 2010, So 11. Jul. 2010.</p>
<p>(geschrieben für <a href="http://www.koeln.de/koeln/kultur/mozart_mit_iphone_in_der_koelner_oper_331655.html">koeln.de</a>)</p>
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		<title>K&#246;lns “Meistersinger” als Casting-Show</title>
		<link>http://www.franzmann.de/2009-09-21-koelns-meistersinger-als-casting-show/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Sep 2009 12:57:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edgar</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fast sechs Stunden “Meistersinger”: Mit Wagners Mammut-Oper leitete K&#246;lns neuer Intendant Uwe Eric Laufenberg am 20. September 2009 seine erste Spielzeit ein. Das Publikum lohnte es mit sehr gro&#223;em Beifall. Laufenbergs Konzept, der Intendant f&#252;hrte in seiner ersten Premiere auch<span class="ellipsis">&#8230;</span> <a href="http://www.franzmann.de/2009-09-21-koelns-meistersinger-als-casting-show/"><div class="see-more">See more &#8250;</div><!-- end of .see-more --></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast sechs Stunden “Meistersinger”: Mit Wagners Mammut-Oper leitete Kölns neuer Intendant Uwe Eric Laufenberg am 20. September 2009 seine erste Spielzeit ein. Das Publikum lohnte es mit sehr großem Beifall.</p>
<p>Laufenbergs Konzept, der Intendant führte in seiner ersten Premiere auch Regie, ist klar erkennbar: Er will die Kölner zurück in die Oper holen, nicht nur irgendwohin, sondern zurück in den Riphan-Bau am Offenbach-Platz, der nach dieser Spielzeit renoviert werden und drei Jahre später in neuem Glanz auferstehen soll. Er will zeigen, dass Oper nicht nur ein Relikt aus alter Zeit für konservative Eliten sein muss, sondern dass Oper auch heute etwas zu sagen hat und “Oper für alle” sein kann. Das vermittelt er zum Glück nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern schlüssig und teilweise sogar humorvoll.</p>
<p>Den 1. Akt lässt Laufenberg im Mittelalter spielen, in der Zeit also, in der der Stoff angesiedelt ist. Aber den Stolzing, der als Fremder in die Gilde der Meistersänger eindringt, lässt Laufenberg in der Kleidung des 20. Jahrhunderts aus dem Parkett auf die Bühne steigen, das Foto-Handy immer griffbereit. Die Darstellung auf der Bühne bleibt aber ganz konservativ, dass sogar alte Bayreuth-Besucher in der Pause schwärmen: “Endlich mal keine Mätzchen.”</p>
<p>Den 2. Akt siedelt Laufenberg im 19. Jahrhundert an, in der Zeit, in der Wagner die Oper geschrieben hat. Eine Prügelei endet als Blutbad hinter Barrikaden, eine Anspielung auf die Revolution von 1848.</p>
<p>Den 3. Akt verlegt Laufenberg ins 20. Jahrhundert nach Köln, zunächst in die 50er-Jahre mit Video- und Foto-Rückblicken auf die kriegszerstörte Stadt Köln und die Nazi-Zeit (die “Meistersinger” gehörten zur Inszenierung der NS-Reichsparteitage in Nürnberg).</p>
<div id="attachment_732" class="wp-caption aligncenter" style="width: 406px"><a href="http://www.franzmann.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/meistersinger-finale-kerst.jpg"><img src="http://www.franzmann.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/meistersinger-finale-kerst.jpg" alt="Meistersinger: Das Finale" title="meistersinger-finale-kerst" width="396" height="324" class="size-full wp-image-732" /></a><p class="wp-caption-text">Meistersinger: Das Finale</p></div>
<p>Die Schlussszene spielt im heutigen Köln mitten auf dem Offenbachplatz zwischen 4711-Haus und Opernbau beim Public Viewing einer Casting-Show wie “Deutschland sucht den Superstar” gemischt mit Elementen von Linus “Talentprobe”. Gekrönt wird die Szenerie - wie bei solchen Anlässen üblich - von einer großen Video-Wand, auf der mal das aktuelle Programm, mal historische Aufnahmen, mal auch ganz profan Werbeeinblendungen gezeigt werden (die sich die Oper nicht bezahlen lässt).</p>
<p>Dieses letzte Bühnenbild überrascht besonders, denn die Zuschauer in der Oper sehen aus der Oper hinaus auf den Platz vor der Oper, wo das Volk auf die Auftritte der Meistersinger wartet, während die Honoratioren vom typischen Opernhaus-Balkon ganz wörtlich auf das Treiben da unten hinabblicken.</p>
<p>Die Fülle der Video-Anspielungen versteht vielleicht nur, wer den historischen Hintergrund kennt (oder das sehr informative Programmheft gelesen hat), die Schluss-Inszenierung aber der “Meistersinger” als manipulative “Casting-Show” wird sofort einsichtig, vor allem in der “Medienstadt Köln”, in der ja solche Formate wie “Deutschland sucht den Superstar” produziert werden.</p>
<p>Wenn am Schluss Stolzing, der es nur durch freundliche Manipulation auf die Bühne geschafft hat, sein Meisterlied singt, dann flimmert über ihm gleich das fertig produzierte Kitsch-Video über die Leinwand. Dieter Bohlen könnte neidisch werden. In diesen Szenen spürt jeder im Saal aber auch, wie stark solche neuen Medien vom Live-Gesang auf der Bühne ablenken.</p>
<p>Ist das der Grund, warum Marco Jentzsch, der Sänger des Stolzing, am Ende nicht ganz so gefeiert wurde wie die anderen? Robert Holl als Hans Sachs - die Rolle singt er seit zehn Jahren auch in Bayreuth - wurde geradezu frenetisch bejubelt, aber auch die anderen “Meistersinger” wie Bjarni Thor Kristinsson (als Pogner) und Johannes Martin Kränzle(als Beckmesser) wurden minutenlang beklatscht - wie verdientermaßen das gesamte Ensemble.</p>
<p>Das Gürzenich-Orchester unter Generalmusikdirektor Markus Stenz war ein brillanter Begleiter, Chor und Extra-Chor der Oper überzeugten von der ersten bis zur letzten Szene. </p>
<p>Intendant Laufenberg wartete einige Minuten, bis er mit seinem Team (Tobias Hoheisel, Bühne &amp; Kostüme, Wolfgang Göbbel, Licht), auf die Bühne kam, wohl weil er Sängern und Orchester den Beifall gönnen wollte, ehe er selbst vielleicht den Unmut des Publikums abbekäme, aber auch der Intendant wurde in den allgemeinen Jubel mit einbezogen. </p>
<p>Fazit: Ein sehr gelungener Auftakt einer neuen Spielzeit. Vielleicht wird das ja noch was in Köln mit dem Ziel: Oper für alle! </p>
<p>(Kritik geschrieben für <a href="http://www.koeln.de/koeln/koelns_meistersinger_als_castingshow_219228.html">koeln.de</a>)</p>
<div id="attachment_730" class="wp-caption aligncenter" style="width: 435px"><a href="http://www.franzmann.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/meistersinger-8176435.jpg"><img src="http://www.franzmann.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/09/meistersinger-8176435.jpg" alt="Meistersinger in K&#246;ln: Oper in der Oper" title="Meistersinger" width="425" height="273" class="size-full wp-image-730" /></a><p class="wp-caption-text">Meistersinger in Köln: Oper in der Oper</p></div>
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		<title>Einmal Wagner bitte mit W&#252;rstchen und Senf</title>
		<link>http://www.franzmann.de/2009-03-23-einmal-wagner-bitte-mit-wuerstchen-und-senf/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Mar 2009 23:05:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edgar</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kritik der Premiere “Tristan und Isolde” in der Oper K&#246;ln am 22. M&#228;rz 2009, geschrieben f&#252;r koeln.de Von EDGAR FRANZMANN Wer sich auf eine Wagner-Oper einl&#228;sst, wei&#223;, was er wagt: Unter f&#252;nf Stunden geht es selten ab. Die K&#246;lner Premiere<span class="ellipsis">&#8230;</span> <a href="http://www.franzmann.de/2009-03-23-einmal-wagner-bitte-mit-wuerstchen-und-senf/"><div class="see-more">See more &#8250;</div><!-- end of .see-more --></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kritik der Premiere “Tristan und Isolde” in der Oper Köln am 22. März 2009,<br />
<a href="http://www.koeln.de/koeln/kultur/einmal_wagner_bitte_mit_wuerstchen_und_senf_144605.html">geschrieben für koeln.de</a></p>
<p>Von EDGAR FRANZMANN</p>
<p>Wer sich auf eine Wagner-Oper einlässt, weiß, was er wagt: Unter fünf Stunden geht es selten ab. Die Kölner Premiere von “Tristan und Isolde” am Sonntagabend war nach  vierdreiviertel Stunden zu Ende - danach begann das Spektakel im Parkett und auf den Rängen mit einem vielstimmigen Konzert aus Buh-Rufen und Beifall.</p>
<p>Der erste Buh-Ruf kam so punktgenau und so kraftvoll nach dem letzten Ton des dritten Aktes, dass man dahinter eine musikalische Fachkraft vermuten durfte, die mit dem Gebotenen nicht zufrieden war. Wagner-Opern sind ja unter anderem auch dadurch gekennzeichnet, dass das Publikum aus Experten und Jüngern besteht, die Aufführungen ihres Lieblingskomponisten auf allen Kontinenten begutachten, und vor allem natürlich in Bayreuth, dem Tempel der Wagnerianer. Da kann Köln nicht mit.</p>
<p>Ein Kenner, von dem ich weiß, dass er Musik studiert hat, erläuterte mir, dass es Wagner-Sänger und Sängerinnen gebe, die drei bis vier Klassen höher anzusiedeln seien als die Kölner Protagonisten Annalena Persson (Isolde) und Richard Decker (Tristan). Die beiden wurden am Ende böse ausgebuht. Das tat sogar meinem studierten Kenner leid. Mein Urteil fiel ohnehin besser aus, und ich war nicht der einzige, der klatschte. Ungeteilten Beifall bekamen aber nur Samuel Youn (Kurwenal) und Alfred Reiter (König Marke).</p>
<p>Die heftige Reaktion des Publikums beweist aber auch, dass die Aufführung nicht ermüdend war. Die Einschlaf-Quote blieb gering, da habe ich mal bei einer Robert-Wilson-Inszenierung in Hamburg viel mehr Geschnarche erlebt. Die Kölner Inszenierung von David Puntney, Intendant der erfolgreichen Bregenzer Festspiele, entließ die Besucher, die bis zum Schluss blieben, hörbar munter nach Hause.</p>
<p>Ein Vater in der Reihe hinter mir hatte seinen 11-jährigen Sohn mitgebracht. “Als Belohnung oder als Strafe?”, fragte ich. Der Vater nahm die Frage mit Humor. Sein Sohn singe selber im Kölner Domchor und habe schon einige Opern-Erfahrung. Eigentlich wollten sie sich in Bonn Mozarts “Entführung aus dem Serail” ansehen, weil der Junge das gerade in der Schule durchnehme. Das habe aus Termingründen nicht geklappt, da sei man auf den Wagner ausgewichen.</p>
<p>Der Junge stand den Opern-Marathon locker durch. Der zweite Akt habe ihm am besten gefallen. Das kann man nachvollziehen, denn im zweiten Akt ging es so richtig rund. Auf der Bühne (Bühnenbild: Robert Israel) stapelten sich überformatige Klötze, Platten und Latten, die wie ein Holzspielkasten wild durcheinander gekippt waren, aber dadurch, dass sie auf der Drehbühne langsam rotierten, beständig neue Eindrücke und überraschende Einblicke boten, was durch den bunten Licht-Einsatz (Licht: Hans Toelstede) noch verstärkt wurde.</p>
<p>Die anderen Bilder malten eher Grau in Grau. der erste Akt spielt auf einem Schiff auf hoher See, der dritte Akt auf einem Friedhof, wobei Tristans Sarg passenderweise auch wieder Schiffsform zeigt.</p>
<p>Worum geht es in dem Stück? Ich mache es mir einfach und zitiere den Inhalt aus dem Programmheft. Ungekürzt. Da heißt es:</p>
<p>“1. Aufzug - Isolde wird von Tristan für König Marke von Irland nach Kornwall gebracht. Isolde will mit Tristan den Tod trinken. Tristan will mit Isolde den Tod trinken. Isoldes Vertraute Brangäne vertauscht Todes- und Liebestrank.</p>
<p>2. Aufzug - Isolde erwartet Tristan. Brangäne warnt vergebens. Tristan und Isolde vergessen die Welt. Melot verrät sie. Sie werden von König Marke entdeckt. Tristan stürzt in Melots Schwert.</p>
<p>3. Aufzug - Tristan erwartet den Tod. Sein Vertrauter Kurwenal hat nach Isolde geschickt. Tristan stirbt mit Isoldes Ankunft. Brangäne, Marke und Melot tauchen auf. Kurwenal tötet Melot und kommt selbst ums Leben. Isolde entrückt.”</p>
<p>Diese “Handlung” auf vierdreiviertel Stunden - ohne Wagners Musik wäre das sicher nicht auszuhalten. Die ist beim Gürzenich-Orchester unter der  Leitung von Generalmusikdirektor Markus Stenz gut aufgehoben.</p>
<p>Und wie ist jetzt die Empfehlung des Kritikers, hingehen oder nicht hingehen? Mich selbst hat es nicht wirklich mitgerissen. Wagner ist nicht meine Musik. Andere geraten bei Wagner ins Schwärmen. Geschmacksache eben.</p>
<p>A propos Geschmack: Zum Schluss noch eine kulinarische Überraschung - in den beiden großzügig bemessenen Pausen gab es nicht nur den Opern-typischen Sekt und die unvermeidlichen Event-Brezeln, sondern auch ganz rustikale Würstchen und Frikadellen zu akzeptablen Preisen von jeweils 3,50 Euro.</p>
<p>Wagner mit Würstchen und Senf. Gibt es auch nicht alle Tage. Am besten ist es, Sie kommen selbst auf den Geschmack.</p>
<p>Tristan und Isolde<br />
von Richard Wagner<br />
Premiere am 22. März 2000, 16.00 - 20.45 Uhr</p>
<p>Musikalische Leitung: Markus Stenz; Inszenierung: David Pountney; Bühnenbild: Robert Israel; Kostüme: Marie-Jeanne Lecca, Dramaturgie: Oliver Binder; Licht: Hans Toelstede; Chor: Andrew Ollivant; Gürzenich-Orchester Köln, Herrenchor der Oper Köln;</p>
<p>Isolde: Annalena Persson; Brangäne: Dalia Schaechter; Tristan: Richard Decker; König Marke: Alfred Reiter; Kurwenal: Samuel Youn; Melot: Gerardo Garciacano; Ein Hirt: Johannes Preißinger; Ein Steuermann: Jong Min Lim; Ein junger Seemann: Jeongki Cho.</p>
<p>Weitere Vorstellungen am: 27. März; 03., 11., 23., 26. April; 03., 08., 21., 24. Mai 2009</p>
<p>Weitere Infos zum Stück auf der Website der Oper Köln. </p>
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		<title>Geniale “Salome” - Blutbad in der Designer-K&#252;che</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Mar 2009 21:29:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edgar</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von EDGAR FRANZMANNN Opern-Ereignis in K&#246;ln: Die Wiederaufnahme von Richard Strauss’ “Salome” in der Inszenierung von Katharina Thalbach wird vom Publikum zu Recht gefeiert. Genial: Catherine Nagelstad in der Titelrolle. Die amerikanische Sopranistin, 2006 von der Fachzeitschrift “Opernwelt” zur” S&#228;ngerin<span class="ellipsis">&#8230;</span> <a href="http://www.franzmann.de/2009-03-06-geniale-salome-blutbad-in-der-designer-kueche/"><div class="see-more">See more &#8250;</div><!-- end of .see-more --></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von EDGAR FRANZMANNN</p>
<p>Opern-Ereignis in Köln: Die Wiederaufnahme von Richard Strauss’ “Salome” in der Inszenierung von Katharina Thalbach wird vom Publikum zu Recht gefeiert. Genial: Catherine Nagelstad in der Titelrolle.</p>
<p>Die amerikanische Sopranistin, 2006 von der Fachzeitschrift “Opernwelt” zur” Sängerin des Jahres” gekürt, hat die Rolle der männermordenden Prinzessin schon an der “Bastille”-Oper in Paris gespielt, jetzt feiert sie in Köln Triumphe als “Salome”.</p>
<p>Katharina Thalbach hat das biblische Geschehen der vor über 100 Jahren entstandenen Oper in eine moderne Designer-Küche verlegt (Bühne: Momme Röhrbein), die erkennbar zum Palast des Herodes gehört und deren Boden aus einem Gitter besteht, unter dem die Käfige der Gefangenen liegen.</p>
<p>Einer dieser Gefangenen ist Jochanaan, Johannes der Täufer, der allen Verlockungen der jungen Prinzessin widersteht. Dafür hat es der geile Herodes auf Salome, seine Stieftochter, abgesehen. Doch die fordert als Liebesbeweis den Kopf des Propheten auf einem Silbertablett.</p>
<p>Den berühmten Tanz der sieben Schleier tanzt Salome in Köln natürlich ebenfalls in der schon erwähnten Designer-Küche, die Kleidungsstücke, die fallen, sind Geschirrtücher, was der Erotik keinen Abbruch tut. Dieser Tanz ist eine groteske und “böse Parodie auf erotische Männerphantasien à la ‘9 1/2 Wochen’” (Kölnische Rundschau) mit Mehltüte, süßen Früchten und Hackebeil.</p>
<p>Der Ausgang ist bekannt: Herodes gibt Salomes Drängen nach, Johannes der Täufer wird enthauptet. In der Kölner Aufführung ershgeint der Kopf des Propheten im Speisenaufzug und wird von Königin Herodias der Tochter wie gewünscht auf dem Silbertablett präsentiert. Salome herzt und küsst den toten Propheten und wird auf Geheiß des entsetzten Herodes erschlagen.</p>
<p>Trotz der blutigen Story wird die Kölner Inszenierung nie peinlich. Und musikalisch ist sie ohnehin erstklassig. Das Gürzenich-Orchester unter Enrico Dovico unterstreicht seinen Ruf, die Stimmen sind herausragend. Neben “Salome” Catherine Naglestad verdienen sich Dalia Schaechter (Herodias), Samuel Youn (Jochanaan), Ray M. Wade jr. (Narraboth) und Adriana Batidas Gamboa (Page) Bestnoten. Schade nur, dass ausgerechnet Alexander Fedin als “Herodes” sich stimmlich nicht immer durchsetzen kann. </p>
<p>Insgesamt aber eine herausragende Aufführung, die einen Besuch lohnt. Nächste Aufführungen: 15. und 20. März, 2. und 13. April.</p>
<p>Weitere <a href="http://www.buehnenkoeln.de/stueck.php?ID=12" target="_blank">Infos zu “Salome”</a> auf der Website der Oper Köln.</p>
<p> </p>
<p>(Kritik geschrieben für<a href="http://www.koeln.de/koeln/geniale_salome__blutbad_in_der_designerkueche_138554.html"> koeln.de</a>)</p>
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		<title>“Wildsch&#252;tz” zu frech f&#252;r K&#246;lner Operng&#228;nger?</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Jan 2009 21:16:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edgar</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kritik zur K&#246;lner Premiere am 23.2.2009, ver&#246;ffentlicht am 24.2. 2009 auf koeln.de Von EDGAR FRANZMANN Mit seiner komischen Oper “Wildsch&#252;tz” (1842) zielte Albert Lortzing gegen Moral und Doppelmoral seiner Zeit. 168 Jahre sp&#228;ter kam das Werk in K&#246;ln mal wieder<span class="ellipsis">&#8230;</span> <a href="http://www.franzmann.de/2009-01-24-wildschuetz-zu-frech-fuer-koelner-operngaenger/"><div class="see-more">See more &#8250;</div><!-- end of .see-more --></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kritik zur Kölner Premiere am 23.2.2009, <a href="http://www.koeln.de/koeln/kultur/musik/wildschuetz_zu_frech_fuer_koelner_operngaenger_122394.html">veröffentlicht am 24.2. 2009 auf koeln.de</a></p>
<p>Von EDGAR FRANZMANN<br />
Mit seiner komischen Oper “Wildschütz” (1842) zielte Albert Lortzing gegen Moral und Doppelmoral seiner Zeit. 168 Jahre später kam das Werk in Köln mal wieder auf den Spielplan. Die Premierenbesucher reagierten verstört bis begeistert. Hat der aktualisierte “Wildschütz” daneben oder vielleicht zu gut getroffen?</p>
<p>Der Autor dieser Kritik ist voreingenommen. Er hat als 10-jähriger in Krefeld und Mönchengladbach selbst im “Wildschütz” auf der Bühne gestanden, als jüngstes Mitglied  des Kinderchors im letzten Akt. “O du, der du die Tugend selber bist” sangen wir den Grafen an, der sich zuvor als alles andere als ein Tugendbold erwiesen hatte.</p>
<p>Ich war hingerissen von der Musik und bin es heute noch. Und ich war hingerissen von den Sängerinnen, die mich Knirps an ihren Busen drückten. Die Gräfin wollte mir sogar noch erklären, was das “ius primae noctis” war, das Recht des Herren, bei der Heirat von Personen, die seiner Herrschaft unterstehen, die erste Nacht mit der Braut verbringen zu dürfen. Damals habe ich diese extreme Form von Gewalt und Vergewaltigung nicht verstanden. Die Aufführung in Krefeld und Mönchengladbach war so heiter und altertümlich, sie blieb wohlgefällig an der Oberfläche - und allen gefiel es.</p>
<p><a href="http://www.franzmann.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/02/wildschuetz-koeln.jpg"><img src="http://www.franzmann.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/02/wildschuetz-koeln-300x150.jpg" alt="&quot;Wildsch&#252;tz&quot; in K&#246;ln" title="wildschuetz-koeln" width="300" height="150" class="size-medium wp-image-178" align="right" /></a>Später wurde mir der Kern des Stückes klar: Alles ist käuflich, sogar die Liebe. Und wer nicht nur Geld hat, sondern Macht, der kann sich alles nehmen, auch ohne zu bezahlen.</p>
<p>Lortzing demonstriert das am Beispiel des Schulmeisters Baculus, der bereit ist, seine Braut für 5000 Taler an den Baron zu verschachern und selbst zum Kapitalisten zu werden. Und der Graf nutzt derweil wohlgelaunt sein “ius primae noctis”.</p>
<p>Nigel Lowery gelingt es in seiner Inszenierung, den Kern des Stückes zu visualisieren. Wer sind heute die Allmächtigen? Graf und Baron können es ja wohl nicht mehr sein. Also erscheinen Bilder totalitärer Diktaturen, das Fernsehen bekommt seine Rolle, Formel-1-Stars und Rocksänger werden angehimmelt wie einst die mächtigen Fürsten. Und am Ende regiert das Geld die Welt. Alles ist käuflich.</p>
<p>Eindrucksvoll, wie der Graf in der Rolle eines vergötterten Rockstars mit seinen Groupies das “ius primae noctis” wahrnimmt, dezent, nicht sichtbar im Hintergrund, und doch wird überdeutlich, dass es sich um eine Vergewaltigung handelt.</p>
<p>Die Aufführung hat weitere starke Szenen, ist durchgehend unterhaltsam und durchaus nicht vordergründig belehrend. Aber sie erlaubt es dem Publikum auch nicht, sich alleine den schönen Melodien hinzugeben. Das gefällt nicht jedem. Schon zur Pause verlässt ein Drittel des Publikums die Oper, nach der Aufführung bekommen die Sänger und das Gürzenich-Orchester verdienten Beifall, beim Auftritt des Regisseurs überwiegen die Buh-Rufe die vereinzelten “Bravos”.</p>
<p>Das Stück ist eine Produktion der Staatsoper Stuttgart aus dem Jahre 2005.Die Neue Zürcher Zeitung schrieb von einem „virtuosen Balanceakt zwischen den Ebenen schierer Spiellust und politischen Hintersinns“ und die Süddeutsche Zeitung vermerkte begeistert: „Vielleicht muss man, wie der in London geborene Nigel Lowery, aus der sprichwörtlichen Heimat des schwarzen Humors stammen, um das satirische Moment von Lortzings Opern mit frischer Fantasie zur Geltung bringen zu können.“</p>
<p><strong>Stückbrief:</strong></p>
<p>Der Wildschütz oder die Stimme der Natur,<br />
Komische Oper in drei Akten,<br />
Text vom Komponisten nach dem Lustspiel “Der Rehbock oder Die schuldlos Schuldbewussten” von August Friedrich Ferdinand von Kotzebue</p>
<p>Musikalische Leitung: Enrico Dovico, Inszenierung und Bühne: Nigel Lowery, Szenische Einstudierung: Michaela Dicu, Kostüme: David König, Licht: Lothar Baumgarte, Chor: Irina Benkowski, </p>
<p>Besetung: Graf von Eberbach: Milenko Turk, Die Gräfin: Viola Zimmermann, Baron Kronthal: Hauke Möller, Baronin Freimann: Katharina Leyhe, Nenette: Hanna Larissa Naujoks, Baculus: Wilfied Staber, Gretchen: Claudia Rohrbach, Pankratius: Jochen Langner, Ein Gast: Nam_uk Baik;</p>
<p>Gürzenich-Orchester Köln, Chor der Oper Köln, Mädchen und Knaben der Vhöre am Kölner Fom, Einstudierung: Eberhard Metternich, Oliver Sperling; Statisterie der Bühnen Köln.</p>
<p>( Weitere Termine: 12./26. Februar - Rundfunkausstrahlungen am 7. 2. um 19.05 Uhr in Deutschlandradio Kultur und am 15.2. um 20.05 Uhr auf WDR 3)</p>
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