VHS-Kurs: Schreiben fürs Internet

Am Wochenende 21./22. November noch nichts vor? Vielleicht sehen wir uns ja bei meinem VHS-Kurs „Schreiben fürs Internet“. Anmeldungen* sind noch über folgenden Link online möglich:
Anmeldung auf der Website der Kölner Volkshochschule. (*Der Kurs ist ausgebucht)

Kreatives Schreiben und journalistische Texte im Web

Der eigene Blog, Mitteilungen auf Facebook und Twitter, eigene Texte, oft ergänzt um Fotos und Videos, die Möglichkeiten des Veröffentlichens im Internet erscheinen unbegrenzt und dementsprechend unübersichtlich. Wie stellt man es an, dass die eigenen Texte so gut werden, dass sie tatsächlich gefunden und gelesen werden? Welcher Text passt für welche Plattform? Was macht Texte unwiderstehlich? Edgar Franzmann, Kriminalschriftsteller und ehemaliger Chefredakteur des Internetportals www.koeln.de, gibt Tipps für kreatives Schreiben und journalistisches Texten im Internet. Mit praktischen Schreibübungen.
Sa 21. Nov 10 bis 17 Uhr, So 22. Nov 10 bis 16 Uhr.
Ort: VHS Lindenthal, Bezirksrathaus
Entgeld: 93 Euro plus Kopierpauschale 2 Euro.

Hillary ändert das Spiel

Das Foto oben ist ein Screenshot von https://www.hillaryclinton.com/.
hillary-logo
Ob Hillary Clinton 2017 ins Weiße Haus einziehen wird, ich weiß es nicht. Aber eins ist seit dem Tag ihrer Kandidatur klar: die Spielregeln haben sich geändert. Die Presse, das Fernsehen, die traditionellen Medien – sie werden nicht mehr gebraucht. Das Spiel findet ab sofort im Internet statt, und die Spielregeln stellen die Kandidaten auf.

Die Medien haben bisher nicht einmal gemerkt, dass sie außen vor sind. Hillary hielt ihre Bewerbungsrede nicht in irgendeinem großen TV-Network, sondern sie produzierte ein Video und stellte es auf YouTube. Gleichzeitig promotete sie ihre Accounts auf Facebook und Twitter und schaltete ihre neue Website frei. Das war’s. (https://www.hillaryclinton.com/)

Und die Medien? Sie hecheln hinterher, als seien sie noch wichtig, als wüssten sie irgendetwas, was sonst niemand weiß. Aber tatsächlich haben sie nur das Material, das die Hillary-Kampagne zur Verfügung gestellt hat, das Video mit den von ihr ausgesuchten Bildern und ihrem eigenen Statement zurückhaltend erst gegen Ende des Videos.

Es gibt große Schlagzeilen zu Hillarys Logo, einem H mit Pfeil nach rechts, und dass im Web darüber ein Shitstorm hereingebrochen sei. Als ob das eine Überraschung wäre! Jeder, der sich nur ein bisschen im Web auskennt, weiß, dass jedes Hillary-Logo, egal, wie immer es ausgesehen hätte, von Trolls, politischen Gegnern und sicher auch einigen tatsächlich Enttäuschten zerrissen worden wäre.

Es wird debattiert, ob Hillary nicht darauf antworten müsste. Was für ein Unsinn! Muss sie natürlich nicht, denn bisher findet im Web exakt das statt, was die Kampagne geplant hat. Jeder weiß, dass Hillary antritt, jeder kennt ihr Logo, und wenn er beim Anblick eines Krankenhaus-Hs oder eines Rechts-Pfeils an Hillary denkt, um so besser. Und wenn jedesmal, wenn irgendwo das Wort „Champion“ auftaucht oder gesungen wird, die Leute an Hillary denken, ist auch das ein erwünschter Nebeneffekt. „Everyday Americans need a champion. I want to be that champion.“

Da kann „Die Welt“ noch so oft schreiben „Als Erstes muss Hillary dieses Logo loswerden“, da können sich „Spiegel“ & Co. genau so ereifern, alles das ändert nichts an der neuen Tatsache: sie haben in diesem Wettkampf keine aktiv Rolle mehr. Und das dokumentieren sie auch noch dadurch, dass sie nachkauen, was im Netz passiert.

Und das Logo? Ist es nun tatsächlich gut oder schlecht? Es ist vor allem eins: quadratisch – und damit optimal für den massenhaften Einsatz auf Facebook und Twitter. Und es funktioniert sogar als Favicon für die Website!

Gespannt darf man nur darauf sein, wie Hillary und ihre Kontrahenten den Wahlkampf weiter spielen werden. Da wird dann am Ende wohl auch eine ganz normale TV-Kampagne oder Anzeigenserie herauskommen, denn irgendwo müssen die zweieinhalb Milliarden Dollar ja ausgegeben werden. Aber mein Tipp ist dennoch: dieser Wahlkampf wird im Netz entschieden.

Meerkat – Live-Videos für alle

Warum es funktioniert? Ich weiß es nicht. Aber dass es funktioniert, konnte ich mir innerhalb weniger Sekunden beweisen. Live-Videos für alle, dank Meerkat.

Meerkat ist eine neue App, die es (noch nur) für iOS gibt, also iPhones und iPads, und die dich innerhalb von Sekunden in die Lage versetzt, Live-Videos zu streamen. Und damit auch gleich Zuschauer da sind, wird das Video über Twitter ausgestrahlt. Jedes Video ist also auch ein Tweet. Und wenn das Video beendet wird, ist es auch nicht mehr abrufbar. Lokales Speichern ist allerdings möglich.

Das funktioniert so erblüffend einfach, dass es keiner großen hellseherischen Fähigkeiten bedarf, um zu behaupten: Das wird das nächste große Ding im Internet.

Tatsächlich könnte Meerkat sogar Twitter einen unglaublichen Push nach vorne geben, wenn denn das Unternehmen nicht auf die Idee kommen sollte, Meerkat auszusperren.

Und schon ist’s passiert: Meerkat wurde zwar nicht ausgesperrt, aber ausgebremst. Schade.