„68“ im Stadtmuseum

Das Cover von „68“
Das Kölnische Stadtmuseum will im nächsten Jahr die Geschichte der Studentenrevolte in Köln dokumentieren – und mein Roman „68“ könnte dabei sein. Ein erster Kontakt ist hergestellt.

„Berlin brennt, Köln pennt“ – den Vorwurf der andernorts heftiger rebellierenden Studenten aus dem Jahr 1968 hat Mario Kramp als Chef des Kölnischen Stadtmuseums gut im Ohr. Den 50. Jahrestag der Revolte will sein Museum auf keinen Fall verpassen, obgleich wegen des Wasserschadens im Zeughaus nur die Preußische Wache zur Verfügung steht. Und tatsächlich geht die Ausstellung auch nicht etwa im Mai los, der heißen Phase damals, sondern erst am 29. Juni 2018. Dafür soll alles gut konzipiert sein.

Aus der Zusammenarbeit mit dem Masterstudiengang „Public History“ (Öffentliche Geschichte) an der Uni Köln erwächst für das gemeinsame Ausstellungsprojekt eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Studentenrevolution. Sie setzt bei der Demonstration von 1966 gegen Preiserhöhungen der Kölner Verkehrs-Betriebe an und reicht bis 1970 zu den Versammlungen vor dem Amerikahaus.

„Eigentlich gehört auch die RAF zu den Auswirkungen von 1968“, sagte Kramp. Bettina Lambertz, Judith Wonke und 13 andere Studenten aus dem zweiten Jahrgang „Public History“ um Professorin Michaela Keim suchen nun Zeitzeugen für Interviews. „Nicht nur Demonstranten, sondern auch normale Bürger sollen befragt werden“, sagte Ausstellungs-Kurator Stefan Lewejohann vom Stadtmuseum.

Die Hochschüler wollen zudem Material für ein dauerhaftes Archiv zum Thema zusammentragen. Der Verleger Joachim Schmidt von Schwind versprach den Forschern gestern 25 Aktenordner voller Informationen. Mit einem konservativen Studentenausschuss sei es 1968 in Köln weniger revolutionär zugegangen als in anderen Metropolen. Dabei seien Eindrücke von den Studentenunruhen in Paris schnell in Köln angekommen.

Lewejohann ruft die Kölner auf, Banner, Plakate und Kleidung von damals zur Verfügung zu stellen, um die Ausstellung anschaulich zu machen. Angebote nimmt Lewejohann unter Tel. (02 21) 22 12 23 59 entgegen.
– Quelle: http://www.rundschau-online.de/28454436 ©2017

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