Grachten in der Unterwelt

Den Bosch - Grachten hinter den Häusern Mittwoch, den 6. August 2014, Den Bosch
Gestern eine vergleichsweise anstrenge Fahrt von Gorinchem nach Den Bosch. Sehr viel Verkehr, Berufsschifffahrt und kleine Yachten. In der letzten Schleuse lagen wir zu dritt im Päckchen, wir mittendrin, rechts und links je ein anderes Boot.
Im Hafen Den Bosch ebenfalls nur Plätze in der zweiten Reihe gefunden, aber dafür mitten in der Stadt und sehr schön gelegen.
Den Bosch, die Hauptstadt Brabants, wird nicht so stark von Wasser geprägt wie etwa Amsterdam, dabei gibt es auch hier sehr viele Grachten, die liegen allerdings versteckt auf den Hinterseiten der Häuser.
Im Mittelalter wurden diese Wässer sowohl zur Abwasserentsorgung als auch als Wasser für die Brauereien genutzt. Später wurden viele dieser kleinen Wässer aus Platzmangel überbaut und somit in die Unterwelt verdrängt.
Zwei Bürgern ist es zu verdanken, dass die Pläne, diese Grachten zuzuschütten, in den 60er-Jahren aufgegeben wurden. Stattdessen spendierte der niederländische Staat 40 Millionen Gulden zur Restaurierung.
Die Summe reichte bei weitem nicht, aber immerhin 3,6 Kilometer Grachten konnten so vorerst gerettet werden. Der Ausflug im Elektro-Boot ist sehr lohnenswert.
Inzwischen kümmert sich eine Bürgerstiftung um die „Binnen-Dieze“, wie die Wasser hier heißen, weitere zehn Kilometer Grachten warten noch auf Sanierung bzw. Erschließung.
An manchen Stellen der Grachten finden sich kleine Kunstwerke, im Sommer werden manche dieser Gewölbe auf dem Wasser sogar zu Konzerten genutzt, das Publikum sitzt dann in sieben Elektro-Booten à 16 Plätzen, sodass ein 100-Platz-Theater entsteht.

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