Neue Kri­tik auf “amazon.de”

Die ers­ten fünf Leser­kri­ti­ken auf “amazon.de” zu mei­nem Köln-Krimi “Mil­lio­nen­al­lee” sorg­ten für Extreme: Drei­mal fünf Sterne (beste Bewer­tung), zwei­mal ein Stern (schlech­teste Bewer­tung). Die soeben erschie­nene sechste Kri­tik ist die aus­führ­lichste, geschrie­ben hat sie M. Lehmann-Pape mit sei­nen vier Ster­nen kann ich sehr gut leben.

Hier die Kri­tik im Wortlaut:

Köln­kri­mis sind nicht Kri­mis für Köl­ner, son­dern Bücher, die in der beson­de­ren Atmo­sphäre der Stadt links am Rhein ange­sie­delt sind. In “Mil­lio­nen­al­lee” wird uns nun ein ganz beson­de­rer Ort Kölns als einer der Haupt­schau­plätze näher gebracht: Der Mela­ten­fried­hof. Mit­ten in Köln. Der Ort, wo die Pro­mi­nenz sich zu Grabe bet­ten lässt, vor­nehm­lich um die Mit­tel­achse des Fried­ho­fes herum, an der “Millionenallee”.

Frack von Fran­cken­horst, den wir einen Tag vor sei­nem 30. Geburts­tag ken­nen­ler­nen, könnte hier durch­aus in fer­ner Zukunft eben­falls seine letzte Ruhe fin­den. Als ältes­ter Sohn eines gro­ßen Köl­ner Parfümerie-Unternehmens steht ihm ab sei­nem 30. Lebens­jahr der Gang in eine ver­ant­wort­li­che Posi­tion in der Firma offen. Nur seine Fami­lie scheint dies ver­hin­dern zu wol­len. Zunächst mit klei­nen Tricks, dann mit här­te­ren Mit­teln. Warum aber und wer steckt wirk­lich hin­ter dem Angriff auf ihn, der ihn schwer zer­schla­gen mit­ten in Köln zurück­lässt?
Gut, dass er von einem Obdach­lo­sen auf­ge­le­sen wird und von des­sen eben­falls obdach­lo­sen Freun­den, einer ehe­ma­li­gen Kran­ken­schwes­ter und einem ehe­ma­li­gen Frau­en­arzt, gut ver­sorgt wird. Wo? Eben auf dem Mela­ten­fried­hof, auf dem der ein­bei­nige, obdach­lose Ret­ter aus der Not sein Quar­tier auf­ge­schla­gen hat. Mit­hilfe der gesam­mel­ten Unter­stüt­zung sei­ner neuen Freunde und sei­ner Schwes­ter klärt Franck die Hin­ter­gründe der “Ver­klün­ge­li­sie­rung” auf höchs­ter Ebene und des Angrif­fes auf ihn auf.

Im ers­ten Teil des Buches wird uns der Prot­ago­nist aus­führ­lich vor­ge­stellt und prä­zise cha­rak­ter­lich beschrie­ben. Im mitt­le­ren Teil erle­ben wir als Leser die Welt Kölns “von unten”.
Obdach­lo­sen­da­sein, Hin­ter­gründe der Lebens­ge­schich­ten, Über­le­ben auf dem Fried­hof, Edgar Franz­mann führt uns an diese andere Seite Kölns, die unter der Ober­flä­che auch das Leben in die­ser Stadt aus­ma­chen. Köst­lich, seine Schil­de­rung des gemein­sa­men Abend­es­sens auf dem Fried­hof. Humor­voll ebenso der spä­tere Umzug der bun­ten Gruppe auf des rei­chen Erben Kos­ten in das Dom Hotel, die erste Adresse der Stadt. Orte und Flair Kölns wer­den prä­gnant beschrie­ben, ohne sich als reine Stadt­füh­rung in den Vor­der­grund zu drän­gen. Neben­bei wird noch die “Ver­klün­ge­li­sie­rung” erläu­tert: Franz­mann ver­steht dar­un­ter nicht mehr den klei­nen Klün­gel vor Ort, der in der Rea­li­tät meist ans Tages­licht kommt, son­dern Schie­bun­gen auf höchs­ter Ebene, die nur noch denen bekannt sind und wer­den, die daran betei­ligt sind.
Das Ende hält die Span­nung, obwohl es in mei­nen Augen ein wenig zu lang gera­ten ist und an man­chen Stel­len etwas höl­zern und kon­stru­iert wird.

Ein zu emp­feh­len­der Lese­ge­nuss, der trotz eini­ger Län­gen mit Span­nung und greif­bar beschrie­be­nen Per­so­nen unter­hält und zugleich andere, auch dem Köl­ner durch­aus nicht allzu bekannte Sei­ten, der Stadt vor Augen führt. Von Edgar Franz­mann, der, wie man merkt, als Köl­ner weiß, wovon und wor­über er schreibt.

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