Das CeBit-Wunder - eine wahre Geschichte

Nächste Woche ist wie­der CeBit in Han­no­ver. Da fällt mir wie­der eine phan­tas­ti­sche, aber wahre Geschichte ein, die ich schon immer mal auf­schrei­ben wollte.

Es war im Januar des Jah­res 2002. Meine Frau arbei­tete damals bei einem Kon­zern in Essen und fragte mich, ob ich im März auch zur CeBit fah­ren würde. Ich arbei­tete damals schon für Net­Co­lo­gne, wegen ver­schie­de­ner ande­rer Ter­mine hatte ich die CeBit noch nicht fest im Pro­gramm. Also bestellte meine Frau über den Kon­zern in Essen unter ihrem Namen ein Zim­mer in Han­no­ver. Zur CeBit sind Zim­mer in Han­no­ver sehr knapp, viele Messe-Gäste wer­den des­halb pri­vat unter­ge­bracht. Meine Frau bekam die Zusage für ein Pri­vat­zim­mer in der Innenstadt.

Viel­leicht zwei Wochen spä­ter stand auch meine Ter­min­pla­nung, ja, ich würde auch drei Tage zur CeBit fah­ren. Bei der Zim­mer­re­ser­vie­rung bekam ich die Aus­kunft, in Han­no­ver selbst sei nichts mehr frei, mein Zim­mer wäre etwas außer­halb der Stadt. Ich sagte zu, bat aber, sich wei­ter um ein Zim­mer im Zen­trum oder Mes­se­nähe zu bemühen.

Etwa eine Woche vor Mes­se­be­ginn bekam ich einen Anruf: Es sei kurz­fris­tig ein Zim­mer in der Innen­stadt frei gewor­den, das Bad aller­dings müsste ich mir mit einem ande­ren Mess­e­gast tei­len. Wenn mich das nicht stö­ren würde, könnte ich ent­spre­chend umbu­chen und das Zim­mer im Zen­trum mie­ten. Ich sagte natür­lich zu.

Dann kön­nen wir ja zusam­men nach Han­no­ver fah­ren”, freute sich auch meine Frau. Wir ver­ein­bar­ten, dass ich sie in Essen abho­len und wir dann mit mei­nem Wagen Rich­tung Han­no­ver fah­ren wür­den. Der Plan war, sie erst an ihrem CeBit-Quartier abzu­set­zen, dann würde ich zu mei­nem Quar­tier fah­ren, spä­ter hät­ten wir Zeit für ein gemein­sa­mes Abend­es­sen, ehe am nächs­ten Mor­gen der harte Mes­seall­tag begin­nen würde.

Sag mir mal, wo du in Han­no­ver wohnst”, fragte ich meine Frau, um das Navi­ga­ti­ons­ge­rät zu pro­gram­mie­ren.
“In der XY-Straße”, sagte sie” (XY steht hier für einen ande­ren Stra­ßenn­an­men).
“Ach”, rief ich erstaunt, “da wohne ich auch.” “Wel­che Num­mer?“
“7.“
“Unmög­lich, ich wohne im sel­ben Haus!“
“Wie heißt denn dein Ver­mie­ter?“
Meine Frau suchte ihre Unter­la­gen her­aus und nannte einen ara­bisch klin­gen­den Namen.
Es war der­selbe Name, der sich auch in mei­nen Unter­la­gen fand. Die Zim­mer­ver­mitt­lung hatte uns, die wir uns mit unter­schied­li­chen Namen aus unter­schied­li­chen Unter­neh­men aus unter­schied­li­chen Städ­ten ange­mel­det hat­ten, in der sel­ben Woh­nung unter­ge­bracht. Und der Mess­e­gast, mit dem ich mir das Bade­zim­mer tei­len sollte, war meine eigene Frau!

Als wir zur ver­ein­bar­ten Zeit gemein­sam bei unse­rem Gast­ge­ber in Han­no­ver anka­men, schaute der sehr ver­dutzt, als wir ihm sag­ten, wir benö­tig­ten nur ein Zim­mer, wir seien näm­lich verheiratet.

Kein Wort hat der uns geglaubt. Frau H. aus Essen und Herr F. aus Köln. Ver­hei­ra­tet! Dass ich nicht lache. Aber mich geht ja nicht an, was meine Mes­se­gäste trei­ben. So oder ähnlich wird er gedacht haben.

Erst als wir ihm unsere Per­so­nal­aus­weise zeig­ten mit der gemein­sa­men Adresse zeig­ten, wich seine Skepsis.

Spä­ter woll­ten wir aus­rech­nen, wie hoch die Wahr­schein­lich­keit war, dass so etwas pas­sie­ren konnte. Die Han­no­ve­ra­ner Zim­mer­ver­mitt­lung teilte uns mit, dass sie 20.000 Bet­ten zur CeBit ver­mit­telte. Da wir beide unab­hän­gig von­ein­an­der gebucht hat­ten, war also die Wahr­schein­lich­keit, dass wir zuein­an­der gepaart wer­den konn­ten, 20.000 mal 19.999 oder rund 1:400 Millionen.

Wir tra­fen auf der CeBit einen Kol­le­gen, der im Dezem­ber 2001 auch unser Trau­zeuge war. Der meinte nur: “Das wäre eure zweite Chance gewe­sen. Wenn ihr euch nicht schon in Köln getrof­fen hät­tet, dann viel­leicht hier in Hannover.”

Ob die Wahr­schein­lich­keits­rech­nung stimmt, weiß ich nicht hun­dert­pro­zen­tig. Aber die Geschichte, die ist tat­säch­lich so passiert.

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1 Comment » for Das CeBit-Wunder - eine wahre Geschichte
  1. Tolle Geschichte, so kann sie nur das Leben schrei­ben. Hät­test du sie für einen Roman erfun­den, kaum einer hätte wei­ter gele­sen - zu absurd, zu an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen.
    Das mit der 2. Chance hat mir am bes­ten gefal­len … ken­nen wird das doch alle, dass die große Liebe nicht immer auf den ers­ten Blick passiert …

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