Krise? Ich habe jetzt meine eigene Bank!

Meine Bank am Decksteiner Weiher

Meine Bank am Deck­stei­ner Weiher

Was ist der Ein­bruch in eine Bank gegen das Grün­den einer Bank?”, fragte einst Ber­tolt Brecht in sei­ner Drei-Groschen-Oper. Der inter­es­sierte Beob­ach­ter der Finanz­krise 2008 stellt fest, dass es da mit drei Gro­schen nicht getan ist, da wer­den Hun­derte von Mil­lar­den eingefordert.

Mir kann das alles egal sein, ich habe jetzt meine eigene Bank. Die ist sta­bil, steht wirk­lich fest, und die Aus­sicht ist blen­dend. Mein Tipp: Schaf­fen Sie sich doch auch eine Bank an!

In Köln ist das näm­lich ganz ein­fach: Wen­den Sie sich an die Köl­ner Grün-Stiftung, stif­ten Sie 730 Euro (oder las­sen sich beschen­ken) und schon kön­nen Sie Bank­be­sit­zer wer­den, einer Bank näm­lich, die in Kölns öffent­li­chen Grün­an­la­gen auf­ge­stellt wird und auf der ein Schild mit Ihrem Namen prangt.

Die Köl­ner Grün-Stiftung schreibt auf ihrer Home­page: “Das his­to­ri­sche Köl­ner Grün­sys­tem ist in sei­ner Art in Deutsch­land ein­zig­ar­tig und von größ­ter städ­te­bau­li­cher, ökolo­gi­scher und kul­tur­his­to­ri­scher Bedeu­tung. Der Innere und der Äußere Grün­gür­tel sowie deren radiale Ver­bin­dun­gen, wie z. B. der Lin­den­tha­ler Kanal, sind bei­spiel­hafte Zeug­nisse von Gar­ten­bau­kunst zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts. Ein mitt­ler­weile 2000 Hektar gro­ßes Kul­tur­gut mit hohem Erho­lungs­wert für alle Bür­ger Kölns.

Die Stadt Köln stellte zwar in den 80er Jah­ren das Köl­ner Grün­sys­tem unter Denk­mal­schutz, wandte aber immer weni­ger Geld und Mühen für die Erhal­tung und Pflege auf. Das Grün ver­gam­melte. Um die­sen Zustand zu stop­pen und eine Kehrt­wende her­bei­zu­füh­ren, grün­de­ten Paul Bauwens-Adenauer und Dr. Patrick Ade­nauer 2004 die ‘Köl­ner Grün Stiftung’.

Ziel ist es, mit­tels die­ser Köl­ner Grün Stif­tung zum einen das Bewusst­sein der Men­schen und der Poli­tik für die­ses ein­ma­lige Kul­tur­gut zu ver­stär­ken, und zum ande­ren ge­eignete Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung des Zustan­des der Anla­gen zu fördern.”

Meine” Bank steht im Stadt­wald am Deck­stei­ner Wei­her nicht weit vom Geiß­bock­heim des 1. FC Köln, wo ich vor kur­zem einen run­den Geburts­tag fei­erte. “Meine” Bank war ein Geschenk mei­ner Frau, die die Idee hatte, mei­ner Fami­lie und mei­ner Freunde, klar, dass meine Jogging-Runden jetzt regel­mä­ßig an “mei­ner” Bank vor­bei­füh­ren und dass ich im Umfeld für Sau­ber­keit sorge. Ein klei­ner Neben­ef­fekt die­ser sehr erfolg­rei­chen Aktion.

Die Bläck Fööss haben inzwi­schen genau so eine Bank wie der anonyme Spen­der, der eine Bank im Geden­ken an seine Kind­heit in Brauns­feld auf­stel­len ließ. Eine Apo­theke setzte für ihre Kun­den eine Bank ins Grüné, und neben mei­ner Bank gibt es Bänke von der Poli­zei und von einer “köl­schen Pira­tin”, die ich noch nicht ken­nen­ge­lernt habe.

Wenn Sie jetzt Lust auf Ihre eigene Bank bekom­men haben, mehr Infos fin­den Sie auf der Web­site der Stif­tung unter http://www.koelner-gruen.de.

P.S. Gesucht wer­den übri­gens auch Spen­der für Abfall­körbe, die sind mit 710 Euro fast so teuer wie die Bänke.

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