Darf sich ein Kölner Bürgermeister von Düsseldorf bezahlen lassen?

(Erschie­nen am 2.2.2009 als Kolumne “Sie KÖLN uns mal …” auf koeln.de)

dummy_koelnuns_01. Et es, wie et es. 2. Et kütt, wie et kütt. 3. Et hätt noch immer jot jejange. Das ist ange­wandte Phi­lo­so­phie auf köl­sche Art. Und Motto unse­rer Kolumne “Sie KÖLN uns mal …” von koeln.de-Chefredakteur Edgar Franz­mann. Heute: Darf sich ein Köl­ner Bür­ger­meis­ter von Düs­sel­dorf bezah­len lassen?

Josef Müllers 70. Geburtstag

Josef Mül­lers 70. Geburtstag

Et es, wie et es, es ist, wie es ist - so heißt der erste Para­graph des “Köl­schen Grund­ge­setz”. Ich finde aber: Et es noch vill schlimmer!

Der Fall des Köl­ner Bür­ger­meis­ters Josef Mül­ler (CDU) hat mich doch sehr geschockt. Sein CDU-Kollege Biet­mann unter Abzocker-Verdacht? Das konnte man sich noch irgend­wie vor­stel­len. Aber Josef Mül­ler, der “gute Mensch” aus Porz?

Jah­re­lang hielt der sei­nen Bera­ter­ver­trag mit der Spar­kasse geheim, ein Bera­ter­ver­trag, angeb­lich abge­schlos­sen mit der Spar­kasse Düs­sel­dorf. Düs­sel­dorf! Darf ein Köl­ner Bür­ger­meis­ter sich von Düs­sel­dorf bezah­len las­sen? Das geht ja wohl gar nicht.

Und was wollte Mül­ler eigent­lich in Düs­sel­dorf als Bera­ter? Gut, Porz liegt auf der­sel­ben Rhein­seite wie der grö­ßere Teil der Lan­des­haupt­stadt, aber Mül­ler hat irgend­wie nie den Ein­druck erweckt, als dass er weit über Zün­dorf hin­aus­ge­kom­men wäre oder auch nur hin­aus­kom­men wollte

Et küt, wie et kütt - es kommt, wie es kommt. Und natür­lich kommt auch so ein merk­wür­di­ger Bera­ter­ver­trag irgend­wann ans Licht der Öffent­lich­keit. Jetzt war es so weit. Und Mül­ler ist dann auch sofort zurück­ge­tre­ten, womit für die Köl­ner CDU der Skan­dal auch gleich erle­digt scheint. Der Wäh­ler wird das anders sehen.

Inter­es­sant ist Mül­lers Rück­tritts­be­grün­dung. Nicht der Bera­ter­ver­trag an sich hat ihn zurück­tre­ten las­sen, son­dern die Erkennt­nis, dass der angeb­lich mit Düs­sel­dorf abge­schlos­sene Bera­ter­ver­trag zu Las­ten der Spar­kasse Köln­Bonn gegan­gen sei.

Das klingt alles höchst mys­te­riös. Man darf gespannt sein, was da alles noch ans Tages­licht kommt.

Et hätt noch immer jot jejange! Es ist noch immer gut gegan­gen. Dies­mal könnte es sein, dass es nur für die Bür­ger gut aus­geht, weil sie ganz über­ra­schend einen Teil der Wahr­heit erfah­ren, und es aus­nahms­weise ein­mal nicht gut aus­geht für die Klüngelbrüder.

Angeb­lich will sich auch die Staats­an­walt­schaft die Bera­ter­ver­träge genauer anse­hen. Ich bitte darum.

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