(Erschienen am 2.2.2009 als Kolumne “Sie KÖLN uns mal …” auf koeln.de)
1. Et es, wie et es. 2. Et kütt, wie et kütt. 3. Et hätt noch immer jot jejange. Das ist angewandte Philosophie auf kölsche Art. Und Motto unserer Kolumne “Sie KÖLN uns mal …” von koeln.de-Chefredakteur Edgar Franzmann. Heute: Darf sich ein Kölner Bürgermeister von Düsseldorf bezahlen lassen?
Der Fall des Kölner Bürgermeisters Josef Müller (CDU) hat mich doch sehr geschockt. Sein CDU-Kollege Bietmann unter Abzocker-Verdacht? Das konnte man sich noch irgendwie vorstellen. Aber Josef Müller, der “gute Mensch” aus Porz?
Jahrelang hielt der seinen Beratervertrag mit der Sparkasse geheim, ein Beratervertrag, angeblich abgeschlossen mit der Sparkasse Düsseldorf. Düsseldorf! Darf ein Kölner Bürgermeister sich von Düsseldorf bezahlen lassen? Das geht ja wohl gar nicht.
Und was wollte Müller eigentlich in Düsseldorf als Berater? Gut, Porz liegt auf derselben Rheinseite wie der größere Teil der Landeshauptstadt, aber Müller hat irgendwie nie den Eindruck erweckt, als dass er weit über Zündorf hinausgekommen wäre oder auch nur hinauskommen wollte
Et küt, wie et kütt - es kommt, wie es kommt. Und natürlich kommt auch so ein merkwürdiger Beratervertrag irgendwann ans Licht der Öffentlichkeit. Jetzt war es so weit. Und Müller ist dann auch sofort zurückgetreten, womit für die Kölner CDU der Skandal auch gleich erledigt scheint. Der Wähler wird das anders sehen.
Interessant ist Müllers Rücktrittsbegründung. Nicht der Beratervertrag an sich hat ihn zurücktreten lassen, sondern die Erkenntnis, dass der angeblich mit Düsseldorf abgeschlossene Beratervertrag zu Lasten der Sparkasse KölnBonn gegangen sei.
Das klingt alles höchst mysteriös. Man darf gespannt sein, was da alles noch ans Tageslicht kommt.
Et hätt noch immer jot jejange! Es ist noch immer gut gegangen. Diesmal könnte es sein, dass es nur für die Bürger gut ausgeht, weil sie ganz überraschend einen Teil der Wahrheit erfahren, und es ausnahmsweise einmal nicht gut ausgeht für die Klüngelbrüder.
Angeblich will sich auch die Staatsanwaltschaft die Beraterverträge genauer ansehen. Ich bitte darum.

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